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Lyrik
 

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von Rainer Zastrutzki

 
     
  Zwiegespräch zwischen Mensch und Kultur
Rainer Zastrutzki
 

1. Akt:
Theater, Bühne, Vorhang geht auf, Spot auf die Protagonisten.

Kultur:

Guten Tag. Schön, dass ich mich vorstellen kann. Los frag...

 

Mensch:

Was zum Beispiel frag ich denn...

 

Kultur:

Warum Kultur ich mich benenn

 

Mensch:

Wie kommst denn Du mir jetzt daher...

 

Kultur:

Für den Lateiner ist´s nicht schwer, von colore: bebauen, Pflanzen ehren...

 

Mensch:

Ich würd dir gern das Wort verwehren...

 

Kultur:

So lass mich doch, musst auch nicht fragen, will dir ja nur mal eben sagen.
Ständig spricht man doch von mir ob in der Kunst, ob nur beim Bier...

 

Mensch:

Jetzt nimm dich hier mal nicht so wichtig, klar gibt es dich und das ist richtig
Doch gibt´s dich nur, weil es uns gibt und Mensch seine Geschichte liebt
Wir pflegen achten ehren Dich, gebrauchen dich gar königlich
Verweisen auf die Tradition sonst hättest du wohl nichts davon
Wärst wohl nicht einmal existent weil keiner deinen Namen kennt

 

Kultur:

Da kann ich doch nur herzlich lachen, so einfach kannst Du Dir´s nicht machen
Du brauchst mich doch an allen Ecken, so brauch ich mich auch nicht verstecken
Ob Zeitung, Fernsehen, Magazin, in allen Medien bin ich drin
Veranstaltungen mit meinem Namen sind Basis, bieten frischen Samen
Vermitteln stets ein Lustgefühl, dass Mensch was Kulturelles will
Will sagen auch Herr Ahnungslos benutzt mich, ja das klingt famos

 

Mensch:

Jetzt kommt bestimmt noch die Geschicht´ vom kulturellen Geisteslicht
Wobei, ganz ehrlich, wenn ich so
Dran denke bin ich wirklich froh
Mal eben hier mit dir zu reden, wie oft beeinflusst du mein Leben
Fast täglich treffe ich die Deinen, ob Großevent oder im Kleinen
Gedanken macht sich keiner mehr. Das Wort Kultur gibt alles her
Was wir in unsrer Freizeit machen, zumindest Kunst, Kram und auch Sachen
Die einfach immer wiederkehren, doch trotzdem dich so zu verehren
Fällt mir nicht leicht, drum sag du mir
Was kann ich tun um speziell Dir ...

 

Kultur:

... einen Gefallen zu erweisen?
Nicht loben, um mich abzuspeisen
Auch wenn es dir nicht oft gefällt
Ich koste oft ein bisschen Geld
Und wenn Verehrer danach fragen, hört man von Euch die alten Klagen
„Das muss auch ohne uns mal gehen. Sei kreativ. Du wirst schon sehn
Das läuft weil Du den Namen trägst und damit massenhaft bewegst“
Zugleich hör ich: „Verlorene Werte, weg von Kultur, soziale Härte“
Ich will, dass man mich mal bestimmt und mich nicht jeder wahllos nimmt
Wie er es just für sinnvoll hält, ach ja und dann kost ich noch Geld...

 

Mensch:

Genug, ich hab es ja verstanden, ich mach mir mal um dich Gedanken
Mal seh`n, vielleicht kann ich was tun
Bis dahin lass die Sache ruh`n
Und wenn das Geld Probleme macht, es geht auch ohne.
„Gute Nacht“

 

Abgang, Kultur und Mensch treten von der Bühne

  geschrieben in
Hamburg/Deutschland
 
     
 

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