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von Dirk Weige

 
     
  Der Stein von Gohr
Dirk Weige
 
 

Im ersten Jahrhundert der neuen Zeitrechnung, als Grimbwardt der Herrscher über die Bigohzwerge war; einem großen Zwergenvolk, welches an den Ufern des mächtigen Stromes Griowen lebte; zog der Sohn des Hufschmiedemeisters Gling Eisenreich, sein Name lautete Rüderic, in die Welt hinaus, um sein erlerntes Handwerk, dass der Schmiedekunst, zu perfektionieren.
Seine Reise führte den jungen Mann in den Süden des Reiches, zu den großen Städten am Fluss Falaba, die da hießen: Kahan, Rihan, Melodein und die größte Stadt hieß Machnatur. In allen Städten bekam der wandernde Geselle Arbeit, bei der er lernen konnte, als auch Wohnstatt, Speis und Trank zum Leben.
In Machnatur, bei Schmiedemeister Gionorm, erlernte er auch die Kunst des Goldschmiedens. Meister Gionorm war ein großer, im ganzen Reich geschätzter Goldschmied, selbst das Herrscherhaus ließ bei ihm arbeiten.
Rüderic lernte schnell und war auch sehr gewandt in der Ausführung des Erlernten. Meister Gionorm zeigte sich auch dann und wann sehr beeindruckt von dem, was sein Lehrling für Ideen entwickelte, aber vorallem, wie dieser sie in die Tat umsetzte.
Eines Abends, das Tagwerk war vollbracht, saßen der Meister und Rüderic im Schein des Kaminfeuers in der Wohnstube. Die Flammen schlugen um die Holzscheite und verbreiteten wohlige Wärme im ganzen Raum. Sie saßen schon eine ganze Weile beisammen, als der alte Meister das Wort ergriff und Rüderic von einer alten Geschichte erzählte, welche ihm in seiner Jugend von einem Bergmann aus dem Resam-Gebirge, nördlich von Machnatur, erzählt worden war. Da Zwerge für Altes, Sagen und Legenden immer ein offenes Ohr haben, war das Interesse des jungen Zwergenmannes schon bei dieser Erläuterung zur eigentlichen Erzählung geweckt.

"In den Bergen", begann Meister Gionorm: "wurde Jahrhunderte lang nach Gold und Silber, nach Kupfer oder Eisenerz - einfach nach allem gegraben, was wertvoll und schön ist. Es geht die Sage, dass in einem kleinen Tal, tief im Gebirge, auch einmal eine Diamantmine gelegen habe. Die Zwerge, die dort arbeiteten, waren - auch aus der Sicht der Zwerge, welche ja als sehr fleißig und zäh gelten - sehr fleißig und sehr zäh, aber auch sehr hochmütig und geizig. Sie trieben den Stollen immer tiefer und tiefer in den Berg, Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Ihre Mühen waren von großem Erfolg gekrönt, denn sie schürften Tonnen über Tonnen des edelsten Gesteins aus dem Berg und förderten es ans Tageslicht.
Die Mine, so heißt es, war nach dem Namen des Entdeckers 'Gohr' benannt worden.
In einer hellen Vollmondnacht ...

 

  Kurzgeschichte, ca. 7 Seiten DIN-A4. Urfassung, geschrieben in Kassel / Deutschland, als Geschenkbeilage gedacht. Überarbeitung in Berlin / Deutschland.

In ungekürzter Länge zu hören im Podcast „Autorenlesung auf diweli.de“ (Aad.), in Episode 02.
 
     
 

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